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Evangelisch-Lutherische

DREIKÖNIGSGEMEINDE

Frankfurt am Main - Sachsenhausen

Geistliches Wort - Gedanken zur Jahreslosung 2010 Johannes 14,1

'Sonnenstrahlen', 2007, user:AngMoKio

Jesus Christus spricht:
Euer Herz erschrecke nicht.
Glaubt an Gott und glaubt an mich.

(Johannes 14,1)

Zum Leben gehört von Beginn an Vertrauen. Als ich schrie, kam meine Mutter. Wenn ich Hilfe brauchte, waren meine Eltern für mich da. Trotz aller Schwierigkeiten im Leben können Menschen das früh erfahrene Vertrauen bewahren. Vertrauen stützt sich auf Erfahrungen und begründet Erwartungen. „Ich glaube“ – das ist in der Sprache der Bibel ein Satz des Vertrauens. Ich glaube an Gott. Gute Erfahrungen hat er mir geschenkt. In schlechten Erfahrungen hat er mich beschützt. Deshalb vertraue ich ihm auch in Zukunft. Wenn ich habe, was ich brauche, kann ich danken. Wenn mir etwas fehlt, kann ich bitten und hoffen. Was ich von Anfang an erfahren und dann immer wieder gesucht habe, findet im Glauben an Gott seine Erfüllung. Gott gibt mir Halt auf meinem Lebensweg. Sein Schutz begleitet mich.
Gegen Angst und Schrecken ermutigt Jesus in der Jahreslosung zu Vertrauen und Zuversicht. Ein Vertrauen und eine Zuversicht, die sich auf Gott und auf ihn richten: „Glaubt an Gott und glaubt an mich“. Christlicher Glaube ist nicht allgemein Glaube an Gott, sondern Glaube an Jesus Christus, in dem Gott zu uns gekommen ist und sich uns zu erkennen gegeben hat. Das feiern wir an Weihnachten. Darum ist Gottesglaube für uns Christusglaube.
Wer bin ich im Glauben an Gott und an Christus? Ein Mensch mit guten und schlimmen Erfahrungen, mit guten und schlechten Eigenschaften, mit mal stärkerem und mal schwächerem Gottvertrauen, voller Widersprüche und Merkwürdigkeiten, aber von Gott gerufen, zu Im Glauben trotz allem bei Jesus Christus bleiben, bedeutet: sich nicht einfangen lassen von den verführerischen und drohenden Mächten des Lebens. Auf keinen Fall: das von Gott geschenkte Leben geringschätzen. Sogar: dieses Leben genießen. Aber: durch dieses Leben hindurchgehen; von den Augenblicken des Leids und von den Höhepunkten des Glücks sich nicht aufhalten lassen. Und so dem Weg Jesu Christi im Glauben folgen. Jesus Christus spricht: „Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich.“ Christus gehörig, seinem Weg folgend, der aus der Welt Gottes kommt und in die Welt Gottes geht.
Das ist im Glauben an Jesus Christus auch unser Lebenslauf. Aus der Herrlichkeit in die Tiefe. Aus der Tiefe zurück in die Herrlichkeit. Wir Menschen kommen vom Guten her. Doch die Macht des Bösen ist uns nicht fremd. Und es ist noch nicht klar, wie unser eigener Lebensweg einmal enden wird.
Unser Herz kann erschrecken. Angst kann uns überwältigen und lähmen. Schuldgefühle können unser Leben vergiften. Idealbilder können uns hemmen. Sucht und Abhängigkeit können unsere Seele zerstören. Schmerzhafte Erfahrungen können uns daran zweifeln lassen, daß es Gott und seine Herrschaft über diese Welt wirklich gibt.
Im Glauben trotz allem bei Jesus Christus bleiben, bedeutet: sich nicht einfangen lassen von den verführerischen und drohenden Mächten des Lebens. Auf keinen Fall: das von Gott geschenkte Leben geringschätzen. Sogar: dieses Leben genießen. Aber: durch dieses Leben hindurchgehen; von den Augenblicken des Leids und von den Höhepunkten des Glücks sich nicht aufhalten lassen. Und so dem Weg Jesu Christi im Glauben folgen. Jesus Christus spricht: „Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich.“

Pfarrer Jürgen Seidl

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Die Photographie 'Sonnenstrahlen', 2007, user:AngMoKio, ist lizenziert unter der Creative Commons-Lizenz Attribution ShareAlike 2.5.

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