Geistliches Wort - Gedanken zur Jahreslosung 2010 Johannes 14,1
Jesus Christus spricht:
Euer Herz erschrecke nicht.
Glaubt an Gott und glaubt an mich.
(Johannes 14,1)
Zum Leben gehört von Beginn
an Vertrauen. Als ich schrie,
kam meine Mutter. Wenn ich Hilfe
brauchte, waren meine Eltern für
mich da. Trotz aller Schwierigkeiten
im Leben können Menschen das
früh erfahrene Vertrauen bewahren.
Vertrauen stützt sich auf Erfahrungen
und begründet Erwartungen.
„Ich glaube“ – das ist in der Sprache
der Bibel ein Satz des Vertrauens.
Ich glaube an Gott. Gute Erfahrungen
hat er mir geschenkt. In
schlechten Erfahrungen hat er mich
beschützt. Deshalb vertraue ich ihm
auch in Zukunft. Wenn ich habe,
was ich brauche, kann ich danken.
Wenn mir etwas fehlt, kann ich bitten
und hoffen. Was ich von Anfang
an erfahren und dann immer wieder
gesucht habe, findet im Glauben an
Gott seine Erfüllung. Gott gibt mir
Halt auf meinem Lebensweg. Sein
Schutz begleitet mich.
Gegen Angst und Schrecken ermutigt
Jesus in der Jahreslosung zu
Vertrauen und Zuversicht. Ein Vertrauen
und eine Zuversicht, die sich
auf Gott und auf ihn richten: „Glaubt
an Gott und glaubt an mich“. Christlicher
Glaube ist nicht allgemein
Glaube an Gott, sondern Glaube an
Jesus Christus, in dem Gott zu uns
gekommen ist und sich uns zu erkennen
gegeben hat. Das feiern wir
an Weihnachten. Darum ist Gottesglaube
für uns Christusglaube.
Wer bin ich im Glauben an Gott und
an Christus? Ein Mensch mit guten
und schlimmen Erfahrungen, mit
guten und schlechten Eigenschaften,
mit mal stärkerem und mal
schwächerem Gottvertrauen, voller
Widersprüche und Merkwürdigkeiten,
aber von Gott gerufen, zu
Im Glauben trotz allem bei Jesus
Christus bleiben, bedeutet: sich
nicht einfangen lassen von den
verführerischen und drohenden
Mächten des Lebens. Auf keinen
Fall: das von Gott geschenkte Leben
geringschätzen. Sogar: dieses
Leben genießen. Aber: durch dieses
Leben hindurchgehen; von den
Augenblicken des Leids und von
den Höhepunkten des Glücks sich
nicht aufhalten lassen. Und so dem
Weg Jesu Christi im Glauben folgen.
Jesus Christus spricht: „Euer Herz
erschrecke nicht. Glaubt an Gott
und glaubt an mich.“
Christus gehörig, seinem Weg folgend,
der aus der Welt Gottes kommt
und in die Welt Gottes geht.
Das ist im Glauben an Jesus Christus
auch unser Lebenslauf. Aus der
Herrlichkeit in die Tiefe. Aus der
Tiefe zurück in die Herrlichkeit. Wir
Menschen kommen vom Guten her.
Doch die Macht des Bösen ist uns
nicht fremd. Und es ist noch nicht
klar, wie unser eigener Lebensweg
einmal enden wird.
Unser Herz kann erschrecken. Angst
kann uns überwältigen und lähmen.
Schuldgefühle können unser Leben
vergiften. Idealbilder können uns
hemmen. Sucht und Abhängigkeit
können unsere Seele zerstören.
Schmerzhafte Erfahrungen können
uns daran zweifeln lassen, daß es
Gott und seine Herrschaft über diese
Welt wirklich gibt.
Im Glauben trotz allem bei Jesus
Christus bleiben, bedeutet: sich
nicht einfangen lassen von den
verführerischen und drohenden
Mächten des Lebens. Auf keinen
Fall: das von Gott geschenkte Leben
geringschätzen. Sogar: dieses
Leben genießen. Aber: durch dieses
Leben hindurchgehen; von den
Augenblicken des Leids und von
den Höhepunkten des Glücks sich
nicht aufhalten lassen. Und so dem
Weg Jesu Christi im Glauben folgen.
Jesus Christus spricht: „Euer Herz
erschrecke nicht. Glaubt an Gott
und glaubt an mich.“
Pfarrer Jürgen Seidl
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