Die österliche Freudenzeit
Rogate („Bittet“)
5. Sonntag nach Ostern
""Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet"
(Ps 66,20)
Schon seit dem 4. Jahrhundert sind Christen im Frühling mit Bittprozessionen durch Felder gezogen. Seit dem 8. Jahrhundert gab es eine allgemeinverbreitete Tradition, in den drei Tagen vor Himmelfahrt feierliche Flurprozessionen und Bittage zu begehen. Es ging darum, um Gnade, um Fruchtbarkeit für Feld und Flur, um Verhütung von Hagel, Frost und anderen Unwettern zu beten. Der Sonntag vor Himmelfahrt, der heute Rogate heißt, war der Einstieg in diese Bittwoche.
Am 5. Sonntag nach Ostern geht es um Gebet. Auch dieses Motiv hat einen Bezug zu Ostern. Denn dass wir mit unseren Gebetsanliegen in die unmittelbare Anwesenheit Gottes treten dürfen ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ist ein Ergebnis des Ostergeschehens.
Als Christus starb, zerriss der Vorhang im Tempel und damit wurde das Allerheilige – der Ort, wo Himmel und Erde sich berührten – für alle Menschen geöffnet. Vorher durfte nur der Hohepriester diesen Raum einmal im Jahr am Versöhnungstag betreten. Aber durch die Ereignisse am Karfreitag, an Ostern und an Pfingsten ist die unmittelbare Anwesenheit Gottes für alle Menschen zugänglich geworden. Wer zu Christus gehört, lebt - wie der Hohepriester am Versöhnungstag - dauerhaft in der Gegenwart Gottes und bekommt dadurch eine priesterliche Funktion, die besonders durch Fürbittengebet verwirklicht wird.
„Ihr seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht.“
Zu diesem Verkündigungsauftrag gehört Gebet für andere Menschen.
Hier eine Sammlung von Gebeten, die Ihnen helfen kann, für sich selbst und für andere zu beten.
Mehr Informationen zu Rogate
|